PRODUKTE
Schichtpressstoffe (Rigid Laminates)
Schichtpressstoffe sind Verbundwerkstoffe, die aus geschichteten, in duroplastischen Harzen getränkten Trägermaterialien bestehen. Diese harzgetränkten Trägermaterialien werden unter Druck und Temperatur zu Halbzeug verpresst. Platten werden flach gepresst (DIN EN 60893), Stäbe gewickelt und gepresst (DIN EN 61212-3-3) und Rohre entweder nur gewickelt (DIN EN 61212-3-1) oder gewickelt und anschließend formgepresst (DIN EN 61212-3-2).
HENDERKOTT & RÖCKER bietet sowohl Halbzeuge, insbesondere in Form von Platten, aber auch als Rohre und Stäbe sowie daraus spangebend hergestellte, Zahnräder und technische Bauteile an.
Schichtpressstoffe sind nach ihrer Zusammensetzung von Harz und Trägermaterialien sowie nach ihren Eigenschaften genormt. Die ersten Spezifikationen nach DIN 7735, NEMA oder BS wurden in Europa zu einer einheitlichen Normierung nach EN 60893 für Platten und EN 61212 für Stäbe und Rohre zusammengefasst.
Normgemäß kommen Trägermaterialien aus Papier (Cellulose Paper = CP), Baumwollgewebe (Cotton Cloth= CC), Glasgewebe (Glass Cloth = GC), Polyestergewebe (PC = Polyester Cloth), Glasvlies bzw. Glasmatten (Glass Mat = GM) oder Holzfurnier (Wood Veneer = WV) zum Einsatz. Aber auch Aramid-, Glas- oder Kohlefaser sowie mineralische Füllstoffe können für besondere Anwendungsfälle als Trägermaterialien verwendet werden.
Die Trägermaterialien werden vor allem mit duroplastischen Harzen imprägniert und verpresst. Als duroplastische Kunststoffe werden vor allem Phenol (PF), welches insbesondere für mechanische Anwendungen geeignet ist, Epoxid (EP) und ungesättigter Polyester (UP), die meist in elektrischen Isolationsanwendungen zum Einsatz kommen, Melaminharz (MF) für Anwendungen mit Kriechstromgefahr und schließlich Silikon- (SI) und Polyimid-Harz (PI) für besonders temperaturbelastete Anwendungen, verwendet. Auf Anfrage sind aber auch thermoplastische Kunststoffe (wie z.B. PEEK) in Kombination mit Glas-, Kohle-, Aramid- oder synthesefaser-Geweben verfügbar.
Die Schichtpressstoffe zeichnen sich im Allgemeinen durch hohe Druck- und Biegefestigkeiten entlang ihrer Trägermaterialien sowie durch gute Korrosionsbeständigkeit aus. Sie verfügen darüber hinaus über besonders gute elektrische und thermische Isolationseigenschaften und können aufgrund ihres guten Temperaturverhaltens – je nach Type – bei Temperaturen bis zu 180° C eingesetzt werden. Sie eigen sich daher als temperaturbelastete Isolierstoffe für elektrotechnische oder als Verbundwerkstoffe für industrielle Struktur-Anwendungen. Sie können auch als Lager und Zahnradwerkstoffe eingesetzt werden. In besonderem Öl getränkt und auf Basis von Phenolharzen (PF), bieten diese Typen – auch über einen längeren Zeitraum – gute Gleit- und Laufeigenschaften in dynamischen Anwendungen.
HENDERKOTT & RÖCKER bietet Verbundwerkstoffe standardmäßig auf Basis folgender Trägerwerkstoffe an:
Schichtpressstoff-Typen:
Hartpapier (CP - Cellulose Paper)
Hartpapier wird meist aus Natronzellulose gefertigt. Natronzellulose wird aus dem im Holz enthaltenen Zellstoff gewonnen und besteht fast ausschließlich aus reiner Zellulose.
Hartpapier zeichnet sich durch gute mechanische und elektrische Eigenschaften aus und verfügt über eine gute Dimensionsstabilität.
Aufgrund der Eigenschaften wird Hartpapier für einfach isolierende statische Bauteile in der Elektrotechnik (z.B. für Potentiometer), für Lötrahmen, Bohrschablonen oder aber auch als Verschleißschutz eingesetzt. Stanzqualitäten sind auf Anfrage lieferbar.
Standardmäßig lieferbare Hartpapier-Typen:
- PF CP 201 (HP 2061) - Standardtype
- PF CP 202 (HP 2061.5) - Hochspannungstype
- PC CP 204 (HP 2063) - für Stanzteile
- PF CP 206 (HP 2062.8) - für Potentiometer
- EP CP 201 (HP 2361.1) - schwer entflammbar
Weitere Informationen zu den Hartpapier-Tafeln finden Sie hier.
Hartgewebe (CC - Cotton Cloth)
Hartgewebe wird aus Baumwollgeweben gefertigt. Die Feinheit des Gewebes bestimmt dessen Qualität. Parallel mit der Feinheit steigt der Preis des Gewebes, aber auch die mechanischen Eigenschaften des daraus hergestellten Schichtpressstoffes nehmen zu.
Hartgewebe besteht standardmäßig aus einem mehr als 130 g/m² schweren Gewebe mit bis zu 30 Fäden pro cm. Qualitäten mit leichterem Gewebe mit Fadenzahlen von über 38 pro cm sind lieferbar.
Aufgrund seiner ausgewogenen mechanischen Eigenschaften und der durch das Gewebe erzielten Zähigkeit wird das Material insbesondere für Zahnräder, Gleitlager und Laufrollen verwendet. Sonderqualitäten mit Füllstoffen wie MoS2 oder PTFE sind auf Anfrage erhältlich.
Standardmäßig lieferbare Hartgewebe-Typen:
- PF CC 201 (HGW 2082) - Standardtype
- PF CC 203 (HGW 2083) - Feingewebe-Type
- MF CC 201 (HGW 2282) - hohe Kriechstromfestigkeit
Weitere Informationen zu den Hartgewebe-Tafeln finden Sie hier.
Glashartgewebe (GC - Glass Cloth)
Glashartgewebe wird aus feinen Glasfasern gefertigt. Glas bietet gegenüber Papier oder Baumwollgewebe eine Reihe von Vorteilen. So ist es resistent gegen nahezu alle Chemikalien, es hat eine sehr hohe Temperaturbeständigkeit und nimmt kein Wasser auf.
Entsprechend verhält sich auch Glashartgewebe. Es zeichnet sich durch gute mechanische und elektrische Eigenschaften sowie eine relativ hohe Temperaturbeständigkeit aus. Die Wasseraufnahme ist durch das verwendete Harz bestimmt, aber grundsätzlich wesentlich geringer als die der anderen Schichtpressstoffe.
Aufgrund seiner Eigenschaften bietet sich Glashartgewebe für höher belastete Isolations- oder Strukturbauteile an.
Standardmäßig lieferbare Glashartgewebe-Typen:
- EP GC 201 (HGW 2372) - Standardtype
- EP GC 202 (HGW 2372.1) - schwer entflammbar
- EP GC 203 (HGW 2372.4) - hochtemperaturbeständig
- MF GC 201 (HGW 2272) - kriechstromfest
- SI GC 202 (HGW 2572) - hochfrequenzbeständig
Weitere Informationen zu den Hartpapier-Tafeln finden Sie hier.
Alternative Trägermaterialien
Neben den bereits detailliert aufgeführten, kommen weitere, in den standardmäßigen Anwendungen eher selten vorkommende, Trägerwerkstoffe zum Einsatz.
Polyestergewebe (PC = Polyester Cloth), Glasvlies bzw. Glasmatten (Glass Mat = GM) oder Holzfurnier (Wood Veneer = WV), aber auch Aramid-, Glas- oder Kohlefaser sowie mineralische Füllstoffe (z.B. Glimmer) können für besondere Anwendungsfälle als Trägermaterialien verwendet werden.
Polyestergewebe (PC) und auch Aramidgewebe (AC) zeichnen sich gegenüber den klassischen Trägermaterialien durch eine höhere Korrosionsbeständigkeit und höhere Zähigkeit sowie gute Verschleißeigenschaften aus. Es wird vor allem dort eingesetzt, wo besondere Anforderungen an die Elastizität gestellt werden.
Glasmatten bzw. Glasvlies (GM) bestehen im Gegensatz zum Glasgewebe aus ungeordneten, gleichverteilten, nur wenige Milimeter langen Glasfasern. Dadurch ergeben sich geringere aber weniger gerichtete mechanische Festigkeitswerte. Verbunden durch Ungesättigte Polyesterharze (UP) ergeben sich Schichtpressstoffe mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis.
Holzfunier (WV) kommt ausschließlich zusammen mit Phenolharzen (PF) im sogenannten Pressholz zum Einsatz. Die Holzfuniere bestehen aus Buchenholz, also aus einem nachwachsenden, natürlichen Rohstoff. Schichtpressstoffe auf Basis von Holzfunier zeichnet sich durch eine enorme Trag- und Biegefestigkeit aus.
Kohlefasergewebe (CC auch CF) wird aktuell ausschließlich zusammen mit Polyetheretherketon (PEEK) als hochfester, elastischer und bis ca. 250°C temperaturbeständiger Verbundwerkstoff angeboten.
Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl thermoplastischer Kunststoffe, die mit einer gleichverteilten Kurz-Glasfaserverstärkung (ähnlich den Glasmatten) angeboten werden. Die Fasern sind in diesen Kunststoffen allerdings deutlich kürzer und bilden einen Füllstoffgehalt von meist bis zu 30%, max. 40 bis 50%.
Auf Anfrage lieferbare Verbundwerkstoffe auf Basis anderer Trägermaterialien:
- EP PC 301 - Polyestergewebe mit Epoxidharz
- UP GM 203 - Glasmatte mit Ungesättigtem Polyesterharz
- PF WV 201 - Buchenfunier mit Phenolharz, kreuzgeschichtet
- PEEK CW 50 - Kohlefasergewebe mit Polyetheretherketon
Weitere Informationen zu verfügbaren Abmessungen finden Sie hier.